Die ersten Besenwirtschaften und Weinstuben öffnen wieder

Die ersten Besenwirtschaften und Weinstuben in der Region haben seit Montag, 18. Mai, wieder geöffnet. Viele sind jedoch noch im Wartestand. Dies ergab eine aktuelle Umfrage von HN-BESEN.NET. „Wir wollen erst mal schauen, wie die anderen das machen, und öffnen frühestens im Juni“, kommentiert Helga Lederer vom „Fäßle“ in Bretzfeld-Unterheimbach die Situation. Die Öffnung ist an viele Auflagen gebunden: Die Tische müssen in mindestens 1,5 Meter Abstand gestellt werden, die Bewirtung soll mit Servierwagen erfolgen, die Kontaktdaten der Gäste müssen protokolliert werden, Sanitärräume sind gleich nach Benutzung zu desinfizieren und vieles mehr. Allein für den bürokratischen Mehraufwand sei theoretisch eine zusätzliche Arbeitskraft notwendig.

Zu den Gewinnern gehören alle, die einen großen Hof oder Terrasse besitzen. „Dadurch können wir die geforderten Abstandsregeln relativ einfach umsetzen“, freut sich Barbara Dietz von der „Schnapsdrossel“ in Pfedelbach-Windischenbach. Wenn dann auch noch das Wetter mitspielt, ist das Glück perfekt. Für Besenwirtschaften mit kleinen Räumlichkeiten lohnt es sich meist nicht, den Gastbetrieb zu öffnen: Zu wenig Tische, zu wenig Wechsel - da müssten die Essenspreise deutlich steigen, um die Personalkosten zu decken und Gewinn zu erzielen. Auch die Größe der Küche ist ein limitierender Faktor - die Köche und der Service müssen ebenfalls die Abstandsregeln einhalten. Manche Besen fallen aufgrund ihrer Konzession gar nicht in die Gaststättenverordnung und dürfen darum von Gesetzes wegen nicht öffnen.

Während sich die Gäste nach neun Wochen natürlich freuen, wieder essen zu gehen, stehen die Wirte vor nicht unerheblichen Problemen. Mancherorts werden daher nur Speisen zur Abholung angeboten, bei vielen Betrieben ist eine telefonische Reservierung nötig. Bei einem Punkt sind sich alle Gastronomen einig: das, was einen Besenbesuch ausmacht, die besondere Atmosphäre, wird es vorerst nicht geben.

Nicht mehr öffnen wird die "Klingestube" im Weingut Zaiß in Heilbronn. Reinhold und Maren Zaiß haben ihren Betrieb veräußert und gehen in den verdienten Ruhestand.